Projekt-Website des ACRP-Projekts ADJUST – ADjusting policy measures to achieve a Just
transition preventing ineqUalities and fostering Solidary parTicipation

„ADJUST – ADjusting policy measures to achieve a Just
transition preventing ineqUalities and fostering Solidary parTicipation“

Motivation

Europa und Österreich stehen vor der großen Herausforderung, die Treibhausgasemissionen drastisch zu senken und bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Um dieses Ziel zu schaffen, müssen Maßnahmen nicht nur ökologisch wirksam, sondern auch sozial gerecht gestaltet werden. Besonders einkommensschwache und vulnerable Bevölkerungsgruppen laufen Gefahr, von der Transformation und der Energiewende benachteiligt zu werden, sei es durch steigende Energiepreise, eingeschränkten Zugang zu Förderungen oder durch fehlende Beteiligungsmöglichkeiten. 

Das Projekt ADJUST verfolgt daher das Ziel, politische Maßnahmen so weiterzuentwickeln, dass sie eine faire und inklusive Klimawende ermöglichen. Es geht darum, soziale Ungleichheiten abzubauen und gesellschaftliche Solidarität im Wandel zu stärken. 

 

Projektziele

  • Analyse der Auswirkungen aktueller und geplanter Klima- und Energiepolitiken auf vulnerable Gruppen in Österreich (z. B. CO₂-Steuer, Energiepreise, Förderungen). 

  • Bewertung der Teilhabemöglichkeiten einkommensschwacher Haushalte an Energieinnovationen wie Photovoltaik, Energiegemeinschaften oder flexiblem Stromverbrauch. 

  • Modellierung langfristiger Wirkungen von Politikinstrumenten auf soziale Gerechtigkeit, Energieverbrauch und gesellschaftliches Wohlbefinden. 

  • Einbindung von Stakeholdern (z. B. NGOs, Politik, Energieversorger) zur Mitgestaltung gerechter Transformationspfade. 

  • Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger:innen zur sozial gerechten Ausgestaltung der Klimapolitik.

Was ist Energiearmut?

Energiearmut bezeichnet eine Situation, in der Haushalte nicht in der Lage sind, ihre grundlegenden Energiebedürfnisse zu decken, etwa für Heizen, Kochen, Licht oder die Nutzung elektrischer Geräte. Betroffene Menschen leben oft in schlecht isolierten Wohnungen, können sich keine energieeffizienten Geräte leisten oder müssen sich zwischen Stromrechnung und anderen Grundbedürfnissen entscheiden. 

In Österreich sind laut aktuellen Daten rund 17,5 % der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, viele davon gelten auch als energiearm. Laut aktuellen EU-SILC Daten von 2024 können es sich etwa 4% der Bevölkerung in Österreich nicht leisten, ihre Wohnung angemessen warmzuhalten (Energiearmut in Österreich – Aktuelle Infos und Zahlen). Energiearmut ist dabei nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein soziales Problem. Sie führt zu schlechterer Gesundheit, Isolation und geringerer Lebensqualität. 

Mit dem Energiearmuts-Definitions-Gesetz wurde erstmals eine rechtlich anerkannte Definition von Energiearmut in Österreich eingeführt (Ministerialentwurf zum ElWG, 310/ME XXVII. GP, 112). Demnach liegt Energiearmut vor, wenn ein Haushalt 

  • über ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle verfügen und gleichzeitig 
  • die notwendigen Mittel für Ausgaben für Haushaltsenergie (Strom, Heizung, Warmwasser, Kochen) nicht oder nur unzureichend selbst aufbringen können. 

Diese gesetzliche Definition schafft eine wichtige Grundlage für zielgerichtete Maßnahmen und Förderinstrumente, sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene. 

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